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Literatur & Links

Internet ist nicht schwer, Influencer sein dagegen sehr: Burnout, Depressionen, Ängste... Philipp Walulis vom SWR3 berichtet bei YouTube über die dunklen Seiten der öffentlichen Dauer-Präsenz vieler Influencer:innen.
Dabei sind ihnen jetzt zumindest die werblichen Zügel wieder etwas gelockert worden, auch wenn die Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof nicht wirklich eindeutig ausgefallen ist. Im aktuellen Fall wurden zwei Klagen abgewiesen und nur einer stattgegeben, weil eine Fitness-Influencerin vom Unternehmen eine Gegenleistung erhalten hatte. Das müsse gekennzeichnet werden. Auch ein Link aus dem Beitrag direkt auf die Seite des Herstellers eines Produktes müsse als Werbung markiert werden. Letztlich sei jeweils im Einzelfall abzuwägen, wie werblich ein Beitrag ist. (bundesgerichtshof.de vom 09.09.2021)

Die Digitalisierung der Verwaltung... ist alles andere als einfach. Schließlich sollten Prozesse nicht nur digitalisiert, sondern gleich neu digital aufgebaut werden. Im laufenden Betrieb. Mit sämtlichem Bestand aller alten, analogen Daten gleich dazu. Sowas geht nur schnell und gut in einem Staat wie Estland. Dort hat die politische Wende in den 1990er Jahren in der Verwaltung ein Reset ermöglicht und die neue, junge Regierung diese Chance erkannt und ergriffen. Das Ergebnis gefällt mir richtig gut: e-estonia. Dreh- und Angelpunkt ist immer wieder eine rasche und weitreichende Einführung der E-Akte für eine einheitliche Datenerfassung und -ablage. Lesenswert ist dazu bei T-Online der Gastbeitrag vom Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther (Diese fünf Dinge braucht es, damit unsere Verwaltung digitaler wird, 08.08.2021) und dieser Beitrag im Handelsblatt (16.08.2021): Behördenchefs fordern mehr Tempo bei Etablierung der E-Akte.

Die Technikbranche hat ein neues Lieblingswort: Metaversum: Es wäre zu einfach, das Metaversum als eine Art erweitertes Internet zu bezeichnen. Besser ist da die Beschreibung von Matthew Ball, die in der ZEIT so zusammengefasst wird: Das Metaversum sei eine Art Nachfolger des mobilen Internets,"ein Rahmenwerk für ein extrem vernetztes Leben. Es ist nicht Teil des Internets, sondern löst es nach und nach ab. Man könnte es als eine digitale Parallelwelt bezeichnen, die die Realität spiegelt und in der man zunehmend größere Teile des Alltags verbringt – ein Unterschied zur häufig dargestellten virtuellen Alternativwelt, in die man sich lediglich zum Ausgleich flüchtet. Das Metaversum hat keinen Log-in und Log-out und auch keinen Einstiegspunkt wie das Öffnen einer App. Es soll praktisch überall dort sein, wo es Strom und vernetzte Geräte – wie auch immer diese künftig aussehen mögen – gibt. Vieles, was wir im Metaversum machen werden, wird gar nicht so anders sein als jetzt: kommunizieren, arbeiten, spielen. Doch was sich radikal verändern könnte, ist die Art, wie wir es machen."

Digitalisierung ist mehr als http: Die Rufe nach einem Bundesministerium für Digitalisierung werden lauter. Dieses muss dann jedoch in seiner Arbeit und Entscheidungsfindung schnell und flexibel sein, damit es sich dem Prozess der Digitalisierung immer wieder anpassen und im besten Fall nicht von ihr getrieben wird, sondern selbige aktiv mitgestaltet. (19.07.2021)

Gut schreiben wird gut, wenn zumindest eine der folgenden Eigenschaften berücksichtigt werden: Der Text sollte einfach, besonders, überraschend, mitreißend, verführerisch, intelligent, sozial oder auf einer guten Anekdote basieren. (16.07.2021)

12 zentrale Megatrends: Alles einsteigen, bitte. Die Türen schließen. Der Trend fährt ab! Die zwölf zentralen Megatrends sind aktuell die größten Treiber des Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie prägen auf mittlere bis lange Sicht über Jahrzehnte unsere Zukunft. Dabei sind Megatrends nicht linear, sondern vielschichtig und voller gegenläufiger Strömungen. Sie beeinflussen sich gegenseitig und verstärken auf diese Weise ihre Wirkung. Die einzelnen Stationen einer Megatrend-Linie zeigen die wichtigsten Subtrends, die den jeweiligen Megatrend prägen. Die Karte der Megatrends kann beim Zukunftsinstitut als PDF heruntergeladen werden. (10.07.2021)

Bei Content zählt jetzt Klasse und nicht mehr Masse: Immer größere Zugriffszahlen bringen nicht zwangsläufig immer mehr Geld. Die Werbung im Umfeld muss stimmen - und der Inhalt muss den Nutzerinnen und Nutzern auch gefallen. Wichtig sind deshalb Inhalte, die möglichst personalisiert ausgeliefert werden können. Deshalb hat Ippen Media damit begonnen, das Ruder herumzureißen: "Speziell geht es darum, die verschiedenen Traffic-Distributoren genau zu untersuchen und die redaktionellen Abläufe genau wie die verwendeten Technologien so anzupassen, dass alle Kanäle individuell unterschiedlich mit dem jeweils passenden Content beliefert werden können." (06.07.2021)

Gefeuert vom Algorithmus: Über künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag schimpft Patrick Beuth im SPIEGEL. Kritisch wird es spätestens, wenn für personalrechtliche Entscheidungen nur ein Teil der vermeintlichen Intelligenz herangezogen wird. Schließlich ist die Welt und das Leben deutlich komplexer als einfach nur Null oder Eins. (06.07.2021)

Zeitgemäße Bildrechte können für Schub beim digitalen Marketing sorgen: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat ihre "Richtlinien über Foto-, Film- und Fernsehaufnahmen" von 1998 in das Jahr 2021 gehoben. Mit Datum vom 3. Juni ist "das Fotografieren und Filmen (...) in den Außenanlagen ohne vorherige Zustimmung erlaubt, wenn es im Rahmen des allgemeinen Besucherbetriebs ohne zusätzliche Technik (...) und ohne weiteres Personal (...) unter Beachtung des pfleglichen und respektvollen Umgangs mit den Kulturgütern erfolgt." Das ließ sich dank der Smartphone-Kameras schon länger nicht mehr wirklich unterbinden. Doch nun ist sogar ohne vorherige Zustimmung "die Veröffentlichung und Verwertung der (...) Fotografien und Filme (...) erlaubt, wenn dies der Richtschnur des pfleglichen und respektvollen Umgangs mit den Kulturgütern entspricht und mit Ansehen und Stellung der SPSG im Einklang steht. Dazu gehört auch die Veröffentlichung solcher Aufnahmen auf Social Media-Seiten, z. B. auf Facebook oder in Blogs, sowie auf Plattformen wie Wikimedia und Google. Gleiches gilt für die Veröffentlichung von Fotografien mit Motiven der SPSG in Bildportalen und die kommerzielle Verwertung der Aufnahmen." Nur wer die zuvor geltenden strikten Regeln kennt, kann die Bedeutung dieses mutigen Schritts der SPSG voll erfassen.

Fehlende Digitalisierung macht Städte unattraktiv: Nach einer telefonischen Umfrage des Digitalverbands Bitkom macht eine zu langsam voranschreitende Digitalisierung Wohnorte unattraktiv. Insbesondere jüngere Bürger könnten in der Folge wegziehen. Eine Mehrheit der Befragten glaubt zudem, dass die eigene Stadt die Digitalisierung verschlafen hat. (07.06.2021)