Notizblog

Literatur & Links

07.08.2022: Die Perfektion digitaler Werbung kommt derzeit aus Südkorea. Nahezu perfekt anmutende Influencerinnen preisen sich und für Geld auch Produkte an. Für tausende Likes von noch viel mehr Fans auf der ganzen Welt. Wer nicht genau hinsieht, oder nicht genau hinsehen möchte, wird von durchweg makellosen jungen Frauen unterhalten. Bezeichnend, dass dieser Beitrag bei CNN im Style-Ressort veröffentlicht worden ist. (CNN Style, Forever young, beautiful and scandal-free: The rise of South Korea's virtual influencers, 31.07.2022)

24.07.2022: Mit der Digitalisierung in Deutschland ist es leider nicht weit her. Von einer digitalen Transformation ganz zu schweigen. Symptomatisch für das Chaos steht für mich der Juli 2022, als die Besitzerinnen und Besitzer von Grund und Boden in Deutschland für die Grundsteuerreform pflichtbewusst ihre Daten in der elektronischen Steuererklärung ELSTER eingeben wollten und selbige ELSTER völlig überlastet abstürzte. Dabei sind Daten wie Bodenrichtwert, Fläche und Flurnummer irgendwo irgendwie vorhanden. Sie hätten also auch elektronisch im Hintergrund zusammengeführt werden können. Dass diese Aufgabe an die Bürgerinnen und Bürger delegiert worden ist, lässt Schlimmes erahnen. Und ist doch nur ein Zeichen, wie schlecht um die Digitalisierung der deutschen Amtsstuben bestellt ist.
Selbst die groß angekündigte Digitalstrategie der neuen Bundesregierung ist nicht rechtzeitig vor der Sommerpause fertig geworden. "Statt wie ursprünglich geplant, war die Digitalstrategie auch nicht mehr vor der Sommerpause im Kabinett, sondern soll nun auf einer Kabinettsklausur Ende August verabschiedet werden." (
Tagesschau, 24.07.2022)

15.06.2022: Das Interesse an Nachrichten geht in der deutschen Bevölkerung zurück. 57 Prozent der Befragten gaben an, dass sie "sehr oder überaus an Nachrichten interessiert" sind. Das sind 10 Prozentpunkte weniger als 2021. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den 18- bis 24-Jährigen, von denen sich nur 31 Prozent für Nachrichten interessieren, ein Rückgang um 19 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Befragt wurden im Internet rund 2.000 Erwachsene in Deutschland, allerdings zum Jahresbeginn und damit noch vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Hoffnungsvoll: Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit dem höchsten Vertrauen in Nachrichten. (Reuters Institute Digital News Report 2022, Daten aus Deutschland)

13.06.2022: Die Zukunft des Internets braucht keine Blockchains oder Token. Stattdessen sollte der Staat mehr Verantwortung übernehmen und den sozialen Raum des Internets schützen, sagt der Web3-Kritiker Jürgen Geuter. Als Informatiker sieht er es als seine Pflicht, vor Krypto und NFT zu warnen. (t3n.de)

09.06.2022: Letztlich besteht das gesamte Internet dank Binärcode nur aus 0 und 1, an oder aus. Gefällt mir, Herzchen, Like, Daumen rauf... das ist die schnelle, digitale Rhetorik des Jetzt. Norbert Schneider sinniert im Tagesspiegel über "Tabubruch, Gegensatz, klares Ja oder Nein: Sprache und Medien müssen in Zeiten eines nahen Krieges mehr wollen als Aufmerksamkeits-Optimierer." (Wenn der Nebensatz verschwindet)

28.02.2022: Zeitungen stecken in einem Dilemma. Ihre Buchhaltung ist auf Abos spezialisiert, also verkaufen sie auch im Internet vorwiegend Abos. Der buchhalterische Aufwand für einen Einzelverkauf wäre das Geld kaum wert. Doch schafft gerade die Digitalisierung jede Menge singuläre Inhalte, die vielleicht noch zu einem Thema passen, aber selten alle aus einer Quelle stammen. Ein gutes Beispiel: Google News.

Befinden sich nun aber alle redaktionellen Inhalte jeweils in einem Digitalabo, dann müssten Interessierte monatlich locker einige hundert Euro zahlen, um weiter informiert zu bleiben. Dieses Szenario ist lediglich in einem beruflichen Kontext realistisch, für durchschnittliche Haushalte oder gar Einzelpersonen jedoch nicht zu finanzieren. Sie konzentrieren sich verständlicherweise vorwiegend auf kostenfrei verfügbare Inhalte.

Noch härter trifft es Medienhäuser, wenn sie junge Leserinnen und Leser für sich gewinnen möchten. Da mag die Markenmacht einer Tagesschau vielleicht noch greifen, für eine Märkische Allgemeine hingegen wird es richtig schwer. Nicht nur gehen die meisten Themen am realen Leben der Jugendlichen vorbei. Die wöchentliche Kinderseite hilft da auch nicht wirklich weiter. Außerdem können und wollen sich Jugendliche in der Regel kein Abo einer regionalen Tageszeitung leisten, egal ob gedruckt oder digital.

Inspiration für mögliche Lösungen liefert dieser Beitrag in PressGazette (engl.).

10.01.2022: Immer wieder lesenswert, auch wenn der Fokus vor allem auf die USA und Großbritannien gelegt werden. Was tut sich bei Journalismus, Medien und Technik im Jahr 2022? Das Reuters Institute und die University of Oxford blickt in die Glaskugel mit den Journalism, media, and technology trends and predictions 2022.

27.11.2021: Geht es um die Digitalisierung in Deutschland, dann fällt uns unsere Gründlichkeit offenbar gehörig auf die Füße. Wir sind bei der Transformation zu langsam und zu teuer, kritisieren ausländische Investoren in einer Umfrage von KPMG. Nur 13 Prozent Deutschland bei der digitalen Infrastruktur unter den Top 5 in der EU. Immerhin: Vorzüge habe Deutschland bei hoher Lebensqualität, politischer Stabilität und öffentlicher Sicherheit. Gedanken von Dr. Holger Schmidt über Deutschlands digitalen Standort-Nachteil.

16.08.2021: Die Digitalisierung der Verwaltung... ist alles andere als einfach. Schließlich sollten Prozesse nicht nur digitalisiert, sondern gleich neu digital aufgebaut werden. Im laufenden Betrieb. Mit sämtlichem Bestand aller alten, analogen Daten gleich dazu. Sowas geht nur schnell und gut in einem Staat wie Estland. Dort hat die politische Wende in den 1990er Jahren in der Verwaltung ein Reset ermöglicht und die neue, junge Regierung diese Chance erkannt und ergriffen. Das Ergebnis gefällt mir richtig gut: e-estonia. Dreh- und Angelpunkt ist immer wieder eine rasche und weitreichende Einführung der E-Akte für eine einheitliche Datenerfassung und -ablage.

Lesenswert ist dazu bei T-Online der Gastbeitrag vom Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther (Diese fünf Dinge braucht es, damit unsere Verwaltung digitaler wird) und der Beitrag Behördenchefs fordern mehr Tempo bei Etablierung der E-Akte im Handelsblatt.

16.07.2021: Gut schreiben wird gut, wenn zumindest eine der folgenden Eigenschaften berücksichtigt werden: Der Text sollte einfach, besonders, überraschend, mitreißend, verführerisch, intelligent, sozial oder auf einer guten Anekdote basieren. Darüber berichtet der Harvard Business Review in The Science of Strong Business Writing.

10.07.2021: Alles einsteigen, bitte, und die Türen schließen. Der Trend fährt ab! Zwölf zentrale Megatrends sind aktuell die größten Treiber des Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie prägen auf mittlere bis lange Sicht über Jahrzehnte unsere Zukunft. Dabei sind Megatrends nicht linear, sondern vielschichtig und voller gegenläufiger Strömungen. Sie beeinflussen sich gegenseitig und verstärken auf diese Weise ihre Wirkung. Die einzelnen Stationen einer Megatrend-Linie zeigen die wichtigsten Subtrends, die den jeweiligen Megatrend prägen. Die Karte der Megatrends kann beim Zukunftsinstitut als PDF heruntergeladen werden.

06.07.2021: Immer größere Zugriffszahlen bringen Medienhäusern im Internet nicht zwangsläufig immer mehr Geld. Die Werbung im Umfeld muss stimmen - und der Inhalt muss den Nutzerinnen und Nutzern auch gefallen. Wichtig sind Inhalte, die möglichst personalisiert ausgeliefert werden können. Deshalb hat Ippen Media damit begonnen, das Ruder herumzureißen: "Speziell geht es darum, die verschiedenen Traffic-Distributoren genau zu untersuchen und die redaktionellen Abläufe genau wie die verwendeten Technologien so anzupassen, dass alle Kanäle individuell unterschiedlich mit dem jeweils passenden Content beliefert werden können." Mehr dazu auf dieser Seite: Ippen Media stellt sich der Zukunft des digitalen Journalismus.

07.06.2021: Eine zu langsam voranschreitende Digitalisierung macht Wohnorte unattraktiv. Das hat eine telefonische Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben. Insbesondere jüngere Bürger könnten in der Folge wegziehen. Eine Mehrheit der Befragten glaubt zudem, dass die eigene Stadt die Digitalisierung verschlafen hat. Mehr dazu auf dieser Seite beim Bitkom.